Die Weihnachtstage sind vorbei und vielleicht hat die ein oder andere von euch auch folgende Beobachtung oder Erfahrung gemacht: Familie und Freunde kommen zusammen, „die Männer“ sitzen zusammen, trinken gemütlich was, unterhalten sich über Politik, Sport und Gesellschaft und „die Frauen“ rödeln in der Küche, bespaßen die Kinder und sorgen für eine harmonische Atmosphäre. Weihnachten kann man auch ersetzen durch Grillpartys oder andere Zusammenkünfte von Menschen mit Kindern.
Freundinnen erzählen mir, dass sie sich nicht beschweren können, ihr Mann helfe wirklich im Haushalt mit, er nehme ihr auch mal was ab, er unterstütze sie schon. Und ich denke, „Ja natürlich, es ist ja auch sein Haushalt und seine Kinder“.
Bei beiden Beispielen geht es um (fehlende) Verantwortung, die offensichtlich von Vätern häufig nicht gefühlt wird.
Vielleicht kennt ihr den tollen Comic von Emma zur Mental Load: Darin kümmert sich eine Mutter um etliche Dinge gleichzeitig (kochen, Kinder im Blick behalten, Dreck wegmachen, ermutigen). Dann kocht das Essen über und der Mann fragt, was sie denn gemacht habe, wieso sie nicht um Hilfe gebeten habe. In dem Fall ist also die Mutter die Familienmanagerin und der Mann sieht sich nur als helfende Hand. Also hat sie alles im Kopf und er nimmt lediglich Dinge ab (Stichwort: Mental Load).
Ursache dafür liegt in unserer Sozialisation und den klassischen Rollenverteilungen. Es ist eine Gewohnheit: Wenn die Mutter die ganze Woche über allein für die Carearbeit zuständig ist, ist es vermutlich auch logisch, dass sie das während der gemeinsamen Zeit ebenfalls übernimmt bzw. der Vater darin eben nicht seine Aufgabe/Verantwortung sieht. Und natürlich wenden sich auch die Kinder eher an die übliche Ansprechpartnerin. Unfair daran ist, dass Erwerbsarbeit irgendwann endet, Carearbeit aber nicht. Und es kann nicht sein, dass ein Elternteil nie Pause hat. Auch hier würde es sicherlich helfen, wenn sich die Eltern Erwerbs-, Haus- und Carearbeit aufteilen würden, weil dann die Verantwortung für beide spürbar wäre.
FAIR-Antwortung
